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Prävention von Gewalt, Rechtsextremismus und interkuturelle Konflikte - der Qualitätskriterienkatalog

Download des Kriterienkatalogs (Stand: 2012): pdf

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Siegfried Preiser
Rektor der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) gGmbH
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin
s.preiser@psychologische-hochschule.de     

Problemanalyse:
Problembezogene Beschreibung der Ausgangssituation
Itemtext
  • Gibt es klare Aussagen und Informationen über den Ausgangszustand (Ist-Zustand)?
  • Wird ein gesamtgesellschaftlicher, regionaler oder institutioneller Handlungsbedarf konstatiert und beschrieben?
  • Werden Risikofaktoren und Schutzfaktoren in der Zielgruppe und deren Umfeld berücksichtigt?

Zielklärung:
Benennung und Begründung konkreter und nachprüfbarer Ziele für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und für die beauftragende Institution
Itemtext
  • Gibt es Aussagen über die Interventionsziele? Wie werden diese begründet?
  • Gibt es klare Aussagen darüber, was konkret erreicht werden soll (Soll-Zustand bzw. Stabilisierung des Ist-Zustands)? (Wissen, Einstellungen, Verhaltensweisen, grundlegende Kompetenzen, Schlüsselqualifikationen)
  • Wird deutlich, anhand welcher nachprüfbaren Kriterien der Erfolg der Maßnahme überprüft werden kann?
  • Werden realistische Effekte erwartet und quantifiziert bzw. präzisiert?
  • Sind die Ziele auf humanitäre und gesellschaftliche Wertvorstellungen bezogen?
  • Sind die Ziele eingebettet in eine Vorstellung über übergeordnete Fernziele oder Visionen?

Zielgruppe:
Beschreibung der Zielgruppe mit Begründung des Bedarfs und der Erreichbarkeit
Itemtext
  • Wird die Zielgruppe genau beschrieben?
  • Wird begründet, warum bei dieser Zielgruppe ein bestimmter Bedarf besteht?
  • Ist klar, wie die Zielgruppe erreicht werden kann? Ist die Teilnahme freiwillig oder verpflichtend?
  • Werden mögliche Teilnahmehindernisse angesprochen?
  • Ist geklärt, wie die Teilnehmergruppen zusammengesetzt werden sollen?
  • Welche Annahmen oder Informationen gibt es über die Erwartungen und die Motivationslage der Zielgruppe? Was spricht aus deren Sicht für die Teilnahme?
  • Wie werden erwartete Kompetenzen und Vorkenntnisse der Teilnehmenden berücksichtigt?
  • Werden Alter, Entwicklungsstand, Geschlecht, kultureller Hintergrund und andere Diversitätsmerkmale berücksichtigt?

Theoretische Grundlagen:
Explizite Benennung theoretischer Grundlagen für die geplanten Maßnahmen insgesamt und für die einzelnen Programmschritte; Bezugnahme auf empirisch gestützte Forschungs- und Anwendungsergebnisse
Itemtext
  • Wird klar benannt, auf welche theoretischen Grundannahmen sich das Programm stützt? Sind diese Annahmen in sich schlüssig und kompatibel mit dem Forschungsstand?
  • Werden die konkreten Interventionsziele aus diesen Grundlagen abgeleitet?
  • Werden theoretische Annahmen über die Problementstehung, zugrundliegende Prozesse und Einflussfaktoren genannt?
  • Werden die einzelnen Maßnahmen (Programmbausteine) aus den theoretischen Grundlagen abgeleitet?
  • Wird auf empirisch gesicherte Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Maßnahmen in Bezug auf die intendierten Ziele verwiesen?

Maßnahmenbeschreibung:
Beschreibung organisatorischer Rahmenbedingungen und konkreter Methoden und Medien; Teilnehmeraktivierung; Sicherstellung der Akzeptanz und der Teilnehmermotivation
Itemtext
  • Wird die Herkunft von Programmelementen in transparenter Weise dokumentiert? Sind Urheberrechte oder Lizenzen geklärt?
  • Gibt es Aussagen zu den Rahmenbedingungen (örtliche und räumliche Bedingungen, Gruppengröße, Zeitstruktur, Geräte- und Materialbedarf, Verpflegung, Unterbringung)?
  • Werden unveränderliche Rahmenbedingungen berücksichtigt?
  • Wird die Frage der Machbarkeit im jeweiligen Anwendungskontext beachtet?
  • Wird die Kompatibilität mit den vorgegebenen Regeln und Strukturen des Anwendungsfeldes (z.B. Schule oder Strafvollzug) sicher gestellt?
  • Welche Methoden kommen zum Einsatz? Wie werden deren erwartete Wirkungen begründet (verhaltens- und handlungsorientierte, themenzentrierte, kognitive, emotionale Methoden usw.)?
  • Wie wird die Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berücksichtigt und gefördert? Wie wird die Akzeptanz sicher gestellt?
  • Wie wird die aktive Beteiligung angeregt? Wie ist das Verhältnis von Forderungen an die Teilnehmer und Unterstützung?
  • Welche Medien kommen zum Einsatz?
  • Welche Materialien erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Vor- und Nachbereitung?
  • Sind der Aufbau der Maßnahmen und die zeitliche Dauer und Struktur nachvollziehbar und begründet?
  • Werden die Maßnahmen ggf. mit gestaffelter Intensität ? je nach Erfordernissen ? angeboten?
  • Wird Flexibilität zwecks Fein-Anpassung an die Zielgruppe und die spezifische Problemlage eingeplant? Ist das Verfahren robust gegenüber individualisierten Modifikationen?

Kompetenzen der Personen, die die Maßnahme durchführen:
Nachweis der fachlichen und didaktischen Kompetenz der Trainerinnen und Trainer bzw. der Durchführenden
Itemtext
  • Welche fachlichen/wissenschaftlichen Qualifikationen haben die Durchführenden?
  • Welche didaktischen Erfahrungen oder Kompetenzen haben die Durchführenden?
  • Haben die Durchführenden Feldkompetenz?
  • Sind die Durchführenden mit dem System (z.B. Schule oder Strafvollzug) vertraut, in dem das Programm angewendet werden soll?
  • Wie werden die Anwender, Mediatoren oder Multiplikatoren des Programms ausgebildet, eingewiesen und supervidiert?
  • Gibt es ein Handbuch für die Umsetzung?

Evaluation und Qualitätssicherung:
Integration einer systematischen Evaluation in die Programmentwicklung, -anwendung und -optimierung; Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Itemtext
  • Welche Schritte zur Qualitätssicherung des Programms sind geplant? Wer ist dafür zuständig?
  • Ist Evaluation integraler Bestandteil der Maßnahme? Welche Evaluationsmethoden werden eingesetzt?
  • Ist eine Bewertung der Durchführung und der Durchführenden vorgesehen?
  • Wie werden Veränderungen erfasst (Vorher-Nachher-Vergleich?
  • Liefert die geplante Evaluation einen Soll-Ist-Vergleich?
  • Wie werden die Ergebnisse der Evaluation bei der Weiterentwicklung der Konzeption berücksichtigt?
  • Werden vergleichbare Kontrollgruppen (die nicht an der Maßnahme teilnehmen) oder Wartekontrollgruppen (die erst zeitversetzt an der Maßnahme teilnehmen) berücksichtigt?
  • Ist eine zeitlich versetzte Abschlussevaluation (Nachbefragung) in ausreichendem Abstand geplant?
  • Wie wird die Objektivität / Neutralität der Evaluation gesichert (Trennung von Anbieter und Evaluator)?
  • Welche konkreten Evaluationsergebnisse sind bereits dokumentiert? Sind sie zugänglich?
  • Welche Referenzen werden angegeben?

Nachhaltigkeitskonzept:
Konzeption für Vernetzung und Nachhaltigkeit
Itemtext
  • Sind Fortsetzungs- oder Vertiefungsangebote vorgesehen?
  • Werden weiterführende Hilfs- oder Interventionsangebote spezifiziert?
  • Gibt es eine längerfristige Kooperation mit den örtlichen Partnern (z.B. Kommunen, Schulen, Vereinen?)
  • Gibt es Kooperationen oder Vernetzungen mit anderen Institutionen, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu sichern?
  • Werden die Eltern einbezogen?

Preis-Leistungs-Verhältnis (Effizienz):
Angaben über Kosten, Nebenkosten und erwarteten Nutzen
Itemtext
  • Gibt es ein klares und realistisches Kosten- bzw. Finanzierungskonzept?
  • Welche Kosten und Nebenkosten entstehen?
  • Wo entstehen die Kosten? Wer ist Kostenträger?
  • Welche Kosten können durch das Programm eingespart werden?
  • Wie viele Teilnehmer werden durch die Maßnahme erreicht?
  • Was sind die Kosten pro Teilnehmer?
  • Welche Effekte werden erwartet, in welcher Höhe?
  • Wie ist die Breite der angestrebten Wirkung? Gibt es eine differentielle Wirksamkeit für bestimmte Personengruppen?
  • Werden Langzeiteffekte, Multiplikatoreffekte und positive Nebenwirkungen erwartet?
  • Werden Risiken oder potentielle negative Nebenwirkungen in der Planung berücksichtigt?